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Kolumne

Digitale Transformation

18.04.2019

Alle reden von der Digitalisierung und den Potentialen, die diese „Digitale Transformation“ für uns alle mit sich bringt.

Doch was ist Digitalisierung exakt? In wie weit betrifft das unsere Unternehmen? Wo beginnt diese Digitalisierung und wo endet sie?

Die gute Nachricht ist: Es lässt sich nicht exakt definieren.

… und was ist daran gut? Bleibt es so weit gefasst, wie es verschiedene Quellen formulieren?

Die digitale Transformation (auch „digitaler Wandel“) bezeichnet einen fortlaufenden, in digitalen Technologien begründeten Veränderungsprozess, der als Digitale Revolution die gesamte Gesellschaft, und in wirtschaftlicher Hinsicht speziell Unternehmen, betrifft. Basis der digitalen Transformation sind digitale Technologien, die in einer immer schneller werdenden Folge entwickelt werden und somit den Weg für wieder neue digitale Technologien ebnen.

… das klingt ebenso professionell wie verwirrend und nichtssagend.

Mit diesem „Veränderungsprozess“ ist gemeint, dass einige unter uns es sehr gut verstanden haben, Programme, Tools und Anwendungen geschickt miteinander zu kombinieren, so dass die eigenen Mitarbeiter und Maschinen möglichst effektiv und effizient arbeiten (können), um am Ende den Umsatz bzw. den Ertrag zu erhöhen.

Die Schlauen unter uns werden aber an dieser Formulierung hängen bleiben, sie möchten diese sicher granularer fassen und definieren, denn letztlich bringt ein neues Programm noch lange keine höhere Umsätze. Die Programme und Anwendungen müssen an unsere bestehenden Prozesse angepasst werden, die Prozesse müssen eventuell verändert werden, um eine Optimierung durch die neuen Programme überhaupt zu erreichen. … und was bringen uns die tollsten Programme, wenn unsere Mitarbeiter mehr Probleme damit haben, als dass sie ihnen nützen.

Somit beginnt die Digitalisierung zunächst bei uns selbst! Bei uns, den Chefs, den leitenden Angestellten und den Mitarbeitern. Wenn wir bereit dazu sind, anstehende Veränderungen zu akzeptieren, können wir uns auf den Weg machen und uns zunächst überlegen, welche Abläufe und Prozesse es denn zu digitalisieren gilt.

Zwei mögliche Bereiche sind zum Beispiel die Digitalisierung der Produktion oder auch die Digitalisierung zu nutzen, um die Menschen glücklicher zu machen: den Kunden und die eigenen Mitarbeiter!

Beim ersten steht das Schlagwort „IoT“ also das „Internet der Dinge“ wahrscheinlich ganz oben. Dabei werden alle Maschinen „schlauer“ gemacht, indem sie mit Sensoren bestückt werden, die zum Beispiel den Verschleiß, anstehende Wartung, also die physische Funktionsbereitschaft an eine zentrale Stelle übermitteln. Das Glücklichmachen von Kunden und Mitarbeitern klappt aber mit Sensoren nicht. Hier müssen wir uns in unsere Kunden hineinversetzen und sehr gut überlegen, wie wir ihnen das Leben mit unserer Technik so angenehm wie möglich machen oder wir ihnen ein phänomenales Einkaufserlebnis bescheren, so dass sie weiterhin bei uns einkaufen wollen – es ist also egal ob unsere Kunden in unserer Fabrik Produkte kaufen, sie Dienstleistungen von uns beziehen oder sie in unserem Webshop einkaufen. Es muss eine vollständige Kundenzentrierung stattfinden! Seit vielen Jahren ist in diesem Zusammenhang der Begriff des Customer-Lock-in-Effekts in den Wirtschaftswissenschaften und im Marketing bekannt.

Und dann gibt es da noch unsere Mitarbeiter: Je mehr immer gleiche, immer wiederkehrende Arbeit wir unseren Mitarbeitern abnehmen können, umso mehr Zeit für sinnvolle Tätigkeiten ist vorhanden – erst recht in der Zeit, zu der qualifizierte Mitarbeiter immer rarer werden.

Somit beginnt die Digitalisierung sicher nicht beim Glasfaserkabel und ganz sicher hat E-Mail nichts mit Digitalisierung zu tun, sondern Digitalisierung beginnt bei uns, dem Menschen. Um uns herum sind Unternehmen auf der Suche, Ihre Abläufe und Prozesse, welche meist von Menschen durchgeführt werden, zu verbessern, mit Programmen, Tools und Anwendungen zu versehen, die uns letztlich zeitraubende Arbeiten abnehmen und die uns so dicht wie möglich an unsere Kunden heran bringen.

Digitalisierung ist individuell. Sie muss zu uns, unserem Unternehmen und unseren Kunden passen – sonst lassen wir es lieber sein. … und einige unter uns sind so schlau, dass sie bereits sehr genau wissen, wie sie individuell die digitale Technik zu ihrem Nutzen einsetzen.

Beginnen Sie darüber nachzudenken, welches Ihre individuelle Ausgangslage ist und welches Potential Ihr Untrnehmen hat.

Ihr Alexander Gehring

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Allgemein: Diese Kolumne stellt eine Einschätzung von Alexander Gehring dar. Sie ist seine persönliche Meinung und ist nicht rechtsverbindlich.